Wir sind dabei:

Inklusive Berufliche Bildung

in Kooperation mit

Staatliche Berufsschule Eichstätt

Projektbericht

zur Abschlussfahrt des Berufsvorbereitungsjahres für Kfz-Technik


BVJ-Abschlussfahrt 19.07. – 21.07.2016


Motiviert von den positiven Reaktionen der Schüler der letztjährigen Abschlussfahrten, wurde auch in diesem Jahr wieder der „Altmühltal-Klassiker“ von uns Lehrern,
vor allem Herr Adolf und Herr Müller, gemeinsam mit den Schülern geplant.
Um die körperliche Belastung durch das Radfahren wie im Vorjahr etwas gleichmäßiger auf die drei Tage zu verteilen, gab es täglich ein Zusatzprogramm.
Am ersten Tag stand am Nachmittag ein Besuch im Klettergarten an. Am zweiten Tag stand der Besuch des Technik Museums in der alten Kratzmühle sowie eine Kanufahrt auf der Altmühl an.
Am dritten Tag sollte neben der Fahrradtour unbedingt wieder eine Bootsfahrt auf dem Main-Donau-Kanal stattfinden, denn wenn es auch nur ein kurzes Teilstück sein sollte,
so hat eine Schifffahrt doch immer ein kleines Bisschen etwas von eine großen Reise.

Übernachtet wurde wie immer am Campingplatz mit Selbstverpflegung. Dies ist ein nicht zu vergessender Faktor, denn dadurch können etliche Schlüsselqualifikationen
wie z.B. Teamfähigkeit beim Vorbereiten des Essens, Eigenverantwortlichkeit bei der Übernahme von wichtigen Aufgaben wie z.B. dem Spülen, etc.,
nochmalig in Alltagssituationen bei den Schülern geweckt werden, die man im Leben stets braucht.

Insgesamt zeigte das Ausflugskonzept den Schülern vor allem aber wie man abseits von Fernseher und Computer aktiv seine Freizeit gestalten kann.

1. Tag:       Schrobenhausen – Eichstätt – Kipfenberg – Kratzmühle – Kletter-/Hochseilgarten

  
 

Wir starteten also am 19. Juli bei brütender Hitze in Schrobenhausen. Nach einem kurzen Transfer mit Kleinbussen und Anhänger nach Eichstätt,
in dem wir wieder Gepäck, Fahrräder etc. problemlos und unabhängig transportieren durften, konnte das Abenteuer so richtig beginnen.
In diesem Jahr war wie im Vorjahr zu bemerken, dass wirklich alle Schüler des BVJs gemeinsam mit Herrn Adolf, Herrn Wiesinger und Herrn Müller ab Eichstätt auf Tour gingen.
Das hieß auch zwei Mädchen waren mit am Start – Ein Novum! Dies hatte zur Folge, dass eine weibliche Begleitperson von Nöten war. Hierzu hatte sich dankenswerterweise Frau Haid bereit erklärt.

 

Die erste Etappe ging ab Eichstätt mit dem Rad weiter auf dem Altmühltal-Radweg über Kipfenberg bis zu unserem Campingplatz an der Kratzmühle kurz vor Beilngries.



Nach einer heißen Radletappe bezogen wir unser Quartier am Campingplatz und gönnten uns eine kurze Pause bevor wir weiter zum Klettergarten im Altmühltaler Abenteuerpark in Beilngries starteten.

 

  
 Der Klettergarten... ein echtes Highlight... 

 

Bevor es ab in die Bäume ging, gab es natürlich die nötige Ausrüstung und eine Einweisung vom Profi. Das korrekte Anlegen der Kletterausrüstung ist nämlich nicht ohne…

Unaufmerksamkeit oder falsches Verhalten kann in luftiger Höhe schnell ernste Folgen nach sich ziehen und deshalb ging es erst einmal mit einer Bodenübung los um das richtige Sichern zu üben.
Unsere Schüler waren hier konzentriert bei der Sache und zeigten Verantwortungsbewusstsein und Teamgeist, so wie man es sich oft wünscht.

Obwohl die Schüler eigenverantwortlich im Park unterwegs waren, hatte das Personal immer ein Auge auf das Geschehen
und wenn inmitten einer Übung plötzlich die Kraft oder der Mut abhanden kamen, blieb niemand lange allein.

Im Kletterpark gibt es Touren mit drei verschiedenen Schwierigkeitsgraden und jeder kpnnte sich entsprechend der eigenen Einschätzung an seine Grenzen herantasten.

  
Nach kurzer Zeit wich das erste mulmige Gefühl zunehmendem Selbstvertrauen
und am Ende des Klettertages hatte fast jeder auch anspruchsvollere Übungen gemeistert.
Und wenn nicht irgendwann am Ende einfach die Kraft gefehlt hätte, hätten wir wohl Probleme gehbat,
die Schüler wieder aus den Bäumen zu bekommen.
 

 

Zurück mit dem Rad auf unserem Zeltplatz…

Abkühlen im See…

 

 ...und dann..
nur noch duschen, grillen... schlafen

 2. Tag: Technik Museum Kratzmühle – Kanufahrt von Kipfenberg zur Kratzmühle – „Chillen“ am See

  Zwar  war man noch etwas „gerädert“ vom Vortag, aber nach  einem selbst gemachten Frühstück (leckeres Rührei…) war alle wieder bei Kräften.

 …geht es dann ins Technik Museum….

 Denn auch das gehört zu unserem Altmühtal-Klassiker….etwas Neues lernen…Staunen über Errungenschaften der Zeit etc.. Und das geht fast nirgends besser als im Technik Museum zum Anfassen…

 

Eines der ersten Nachkriegsautos in Deutschland: der Messerschmitt Kabinenroller 

 …und schon ging es weiter zum nächsten Highlight:

Wir fuhren mit dem Rad nach Kipfenberg um unsere Kanutour
auf der Altmühl zu starten. Nach einer kurzen Einweisung
mit Trockenübung verstauten wir alles was bei einem ungeplanten
Kentern nicht nass werden darf in wasserdichten Fässern und legten ab… 

 oder doch nicht?

 

 

So eine Bootsfahrt fördert nicht nur den Teamgeist, sondern stellt auch Ansprüche an das Durchhaltevermögen des Einzelnen, denn immerhin dauerte es fast vier Stunden
bis wir an der Kratzmühle wieder festen Boden unter den Füßen hatten. Äußerungen wie „Ich will nicht mehr!“ oder Fluchen bringen das schwankende Fahrzeug
nicht ans Ziel und wenn einer keine Lust mehr hat, muss die ganze Besatzung darunter leiden. Doch dies war in diesem Jahr nicht der Fall.

Nach ein paar weiteren Selbstversuchen bezüglich der Fahrstabilität eines Kanus und dem multifunktionalen Einsatz eines Paddels
bei vielen Wasserschlachten sowie Enterversuchen durch andere Boote nahmen die Kanus richtig Fahrt auf…

Rückblickend war die Bootsfahrt bei 38° und vielen spaßigen Bootsversenkungsaktionen, die immer wieder Abkühlung verschafften,
ohne fast jegliche, trotz der langen Strecke, eine riesiger Spaß für alle – Ja auch für uns Lehrer, auch wenn wir das Boot schon auch mal verlassen durften…bzw. mussten!

Danach hieß es Kanus aufladen und mit Kleinbussen zurück nach Kipfenberg, dem Startort.
Von dort ging es zurück mit dem Rad zur Kratzmühle- Was für eine Wahnsinns-Energieleistung von allen – Respekt!

 
Mit dem Rad nach Kipfenberg-mit dem Kanu zur Kratzmühle-mit dem Bus nach Kipfenberg-mit dem Rad zur Kratzmühle. - Bild: Google Earth

Da war die verdiente „Chill-Pause“ am See an der Kratzmühle nur allzu verdient.

Am Abend hieß es dann nur noch lecker Käsespätzle kochen und genüßlich gemeinsam den anstrengenden,
aber superspaßigen Tag ausklingen zu lassen.

Später hörte man aus den Zelten nur noch kurz wie sich die Schüler über die gelungene Versenkungsaktion des Lehrerboots amüsierten
und wie toll doch so eine Kanufahrt sei, ein Erlebnis, das noch so gut wie keiner der Schüler vorher erfahren durfte.
Und dann war absolute Stille – der verdiente Schlaf hatte alle früh eingeholt.

3. Tag: Riedenburg – Schifffahrt bis Kehlheim auf dem Main-Donau-Kanal – Heimreise mit Bus und Bahn

Nach einer etwas durchregneten Nacht hieß es ganz früh aufstehen, sich den Schlaf aus den Augen zu reiben und zusammenpacken.

 

Nach dem Aufräumen in strömendem Regen gönnten wir uns auch mal einen Luxus und ließen uns das Frühstück im Restaurant am See servieren
…auch das muss sein, damit die Schüler die Unterschiede erkennen.
Der Regen ließ leider nicht nach und wir mussten leider mit dem Bus und nicht wie geplant mit dem Rad zur Bootsablegestelle in Riedenburg durchstarten:
Gut, dass wir unseren Versorgungsbus hatten.

Nach einer kleinen Stärkung mit Pizza bestieg das glückliche Team in Riedenburg das Schiff nach Kehlheim.

Die Schifffahrt wurde von allen genossen und das Highlight die Schleusendurchfahrt versetzte alle mit Erstaunen,
immerhin wurde das Schiff um 8,40 m abgesenkt.
Die Technik der Schleuse und viele andere interssante Dinge wie z.B. die Befreiungshalle auf der Fahrt sorgten für angeregte Gespräche.
Auch das sind Dinge, die noch nicht viele  gesehen hatten und wir Lehrer waren glücklich beim Betrachten der interessierten und staunenden Augen der Schüler.

 

Von Kehlheim aus fuhren wir, NATÜRLICH dank besserem Wetter mit dem neuen besten Freund der Schüler dem RAD,
erst nach Saal bei Kehlheim um einige Schüler zum Bahnhof zu bringen, die so am schnellsten nach Hause kommen konnten.
Danach ging es für den Rest mit dem Kleinbus nach Schrobenhausen zurück.

Auch wenn der eine oder andere am Tag zuvor noch gerne ein paar Tage drangehängt hätte, überwog jetzt auf der Heimfahrt
doch meist die Freude auf das eigene Bett und die gewohnte Umgebung. Doch im Kleinbus und auch im Zug sprachen
dennoch alle rückblickend absolut positiv und sehr begeistert von der Abschlussfahrt. Bei der Verabschiedung in SOB
bedankten sich alle sehr aufrichtig für die Fahrt und man sah in allen Gesichtern ein glückliches Funkeln, auch die Zugfahrer
haben sich bei ihrer Begleitperson Herrn Adolf mehrfach bedankt. Zu diesem Zeitpunkt war auch uns Lehrern
spätestens nochmals klar wie toll es war und wir freuten uns über die äußerst gelungene Fahrt mit einer tollen
Schülertruppe. Ein Abschluss der für alle tolle und wertvollen Erfahrungen mit sich brachte, was sich auch
wie immer in den noch verbleibenden Unterrichtstagen widergespiegelt hatte. Schüler aus früheren Radltouren,
die im folgenden Jahr in einem Ausbildungsverhältnis standen und unsere Fachklassen besuchten, zeigten uns
dies auch dann regelmäßig durch ihre gewonnene positive Einstellung gegenüber der Schule und ihr Vertrauen
in unsere Arbeit, bei der sicher auch die Abschlussfahrt einen großen Anteil dazu beigetragen hatte.

 


Wir möchten uns an dieser Stelle, natürlich auch im Namen unserer Schüler, vielmals für die Unterstützung
durch die Regens-Wagner-Förderstiftung bedanken, ohne die die Abschlussfahrt(en) in dieser Form nicht stattfinden könnten.

Regens-Wagner-Berufsschule Schrobenhausen

1. August 2016

Text: Andreas Müller
Bilder: Andreas Müller, Johannes Wiesinger, Google Earth
Redaktion: Johannes Wiesinger